Was ist Procon? Wozu braucht man einen ProCon-Layer?

Grundsätzliches zu Mehrspieler-Partien:

Viele Ballerspiele haben heute Mehrspieler-Funktionen. Um mit mehreren Spielern zusammen ein Spiel spielen zu können (wow, 3x „Spiel“ in so kurzer Zeit), gibt es zwei Vorgehensweisen:

„Peer-to-peer“:

Bei einigen Spielen (meistens Rennspiele oder Strategie-Spiele) ist ein Spieler der sogenannte „Master“ (wir in den Spielen meistens als „Host“ bezeichnet). Er startet das Spiel und legt die Regeln fest, alle Mitspieler verbinden sich mit dem Maaster. Der PC des „Host“ (oder Master) erhält also die Daten über das Internet von allen Mitspielern, berechnet, was passiert und schickt die Daten an alle Mitspieler zurück.

„Server/Client“:

Die zweite Variante (diese wird meistens von Ballerspielen genutzt) funktioniert über Server. Das bedeutet, dass irgendwo im Internet eine Maschine 24/7 (also jeden Tag ind der Woche) läuft, auf die sich Spieler jederzeit ein- und wieder ausloggen können um zu spielen.

Vor- und Nachteile zwischen Server/Client und Peer-to-Peer:

Peer-To-Peer-Spiele kann jeder Spieler starten, man hat dabei keinerlei Zusatzkosten. Der Nachteil ist aber, dass ein Spiel abbricht, wenn der „Host“ das Spiel beendet (oder sein PC abstürzt), selbst wenn die anderen 20 Leute weiterspielen möchten. Ausserdem ist das Spielerlebnis von der Internetleitung des „Host“ abhängig: hat er einen normalen Internetzugang, dann läuft es meistens bei 3-4 Spielern noch gut, bei mehr Spielern ist aber ein normaler DSL-Zugang zu schwach und die berechneten Daten kommen nur teilweise oder verzögert bei den Mitspielern an (der sog. „Upstream“ ist hier der kritische Faktor).

Server/Client-Spiele laufen über Server, die normalerweise an dicken Internetleitungen hängen, jeder Spieler hat eigentlich immer eine gute Verbindung, alle Spieler haben ein ziemlich gleichwertiges Erlebnis ohne Ruckeln oder Aussetzer. Der Server wird aber meistens bei einem professionellen Unternehmen betrieben und verursacht daher jeden Monat signifikatne Kosten (je nach Spiel zwischen 10,-€ und über 100,-€/Monat). Diese Kosten werden meistens von sogenannten Clans aufgebracht, indem die Clan-Mitglieder monatliche Beiträge zahlen.

Steuerung der Server:

Da die Spiele-Server ben nicht bei einem Spieler daheim stehen, braucht man eine Möglichkeit. Die Server aus der Ferne zu steuern. Also z.B. sie neu zu starten, die Einstellungen der Spielrunden zu verändern, einzelne Spieler auf dem Server zu verwanren oder aus dem Spiel zu entfernen etc. Normalerweise ist die Software, die auf dem Spiele-Server läuft, nur für den Betrieb des Spiels programmiert und bietet eine Schnittstelle nach aussen. Die Spieler, die die Server mieten/betreiben nutzen dann eine andere Software, um über diese Schnittstelle den Server ein- und umzustellen.

Was hat das mit ProCon zu tun?

Viele Spiele (zum Beispiel Counter Strike, die Battlefield Reihe und die Medal of Honor Reihe) nutzen heute als Server-Schnittstelle „Rcon“. Da das nur eine Schnittstelle ist, muss man also eine Software haben, die sich einfach bedienen läßt und User-Aktionen (wie „Starte diesen Level“) in die kryptischen Befehle der Rcon-Schnittstelle umsetzt.

Das Programm „ProCon“ ist in diesem Bereich das bekannteste. Es ist kostenlos und bietet durch eine clevere Plugin-Technik unglaublich viele Möglichkeiten.

Link zur offiziellen ProCon Homepage: http://phogue.net

Download zu ProCon: https://forum.myrcon.com/showthread.php?5813-Download-Procon-1-X

Wie verbinde ich mein ProCon mit einem Server?

Beim Start von ProCon gibt man eine neue Verbindung („Connection“) ein. Dazu braucht man folgende Angaben, die nur der Server-Betreiber hat: die IP des Servers, den Query- und den Admin-Port sowie das Admin-Passwort. Wer sich mit diesen Angaben mit dem Server verbindet, kann den Server komplett administrieren, da er alle Rechte auf allen Funktionen von ProCon hat.

Was ist ein ProCon-Layer?

Ein ProCon-Layer ist, wie der Name sagt, eine Schicht, die zwischen der Schnittstelle des Spiele-Servers und dem ProCon-Layer des Spielers liegt. Dieser Layer ist ein eigener Server, der teilweise bei Server-Anbietern kostenlos angeboten wird, bei manchen Anbietern aber bis zu 5,-€/Monat kostet. Dieser Layer läuft also wie der Server jede Stunde, jeden Tage, das ganze Jahr über (so lange er bezahlt wird).

Den Layer braucht man aus drei Gründen:

  1. Wie oben beschrieben, hat jeder, der ProCon direkt mit dem Server verbinden darf, kompletten Admin-Zugriff. Er kann also durch einen falschen Klick den Server kaputt konfigurieren. Der Layer erlaubt eine Nutzersteuerung, so dass unerfahrene Spieler nur das Nötigste einstellen können, die erfahrenen Admins aber trotzdem mehr Funktionen nützen dürfen.
  2. Wenn ein Spieler den Clan verläßt, kann man über den Layer den zugriff dieses einzelnen Spielers sperren. Ohne den Layer muss jedes Mal, wenn ein Spieler keinen Zugriff mehr haben soll, das Admin-Passwort geändert werden und alle Admins müssen diese Änderung selbst vornehmen. Klingt nach wenig Arbeit, ist aber im Laufe eines Jahres unglaublich lästig.
  3. Alle Zusatzfunktionen, die ohne direkte Aktion des Administrators laufen sollen (also automatische Meldungen, Map-Votings, Waffen-Limiter etc), laufen ohne Layer nur, wenn der Admin das Programm auf seinem Rechner gestartet hat. Verbinden sich mehrere Admins gleichzeitig mit dem Server, stören sich diese Plugins gegenseitig.

Welche Plugins gibt es für ProCon?

ProCon-Plugins können von Spielern selbst entwickelt werden. Die Programmiersprache ist recht einfach, ähnlich JavaScript für die Homepage-Erstellung. Daher gibt es hunderte Scripte, die man kostenlos nutzen kann. Manche sind perfekt programmiert, viele sind aber sehr fehleranfällig. Da aber jeden Tag neue Scripte dazu kommen und bestehende verändert werden, macht es keinen Sinn, in einem redaktionellen Beitrag alle diese Plugins aufzulisten.

Hier aber ein paar Beispiele, welche Arten von plugins man über ProCon-Layer betreiben kann:

Spam-Bots: diese Plugins setzen alle [x] Minuten beliebige Nachrichten in den Chat

Welcome-Bots: diese Plugins schreiben Spielern, die auf den Server neu dazukommen, nette (oder unfreundliche) Mitteilungen.

Rules: Man kann diesen plugins Texte eingeben, welche Regeln auf dem Server gelten. Wenn Spieler im Chat dann „/rules“ oder „?rules“ eingeben, werden diese Regeln angezeigt.

Limiter: Bei diesen Plugins kann man ganz genau einstellen, welche Waffen auf dem Server welche Reaktion des Servers auslösen, also z.B. dass ein Spieler, der mit einer Rakete einen anderen Spieler tötet, verwarnt und beim zweiten Mal vom Server geschmissen wird.

Votings: es gibt Plugins für Map-Votings („Welchen Level wollt Ihr als nächstes spielen?“) aber auch Kick-Votings, bei den Spieler eine Abstimmung über den Rauswurf anderer Spieler starten können.

Diese Liste lässt sich wie gesagt beliebig fortsetzen. In den Foren von ProCon (https://forum.myrcon.com) findet man alle Plugins, die andere Spieler bereit stellen.